Die San Blas Inseln: Mit dem Schnellboot von Panama nach Kolumbien

San Blas

Von Panama nach Kolumbien kann man bis heute nicht über Land reisen. Die Grenze zwischen diesen beiden Ländern ist von dickem Dschungel umgeben, welcher von Guerillas und Drogenschmugglern bewohnt ist. Es gibt keine richtige Strasse und auch keine Grenzkontrolle. Die zwei Möglichkeiten, die einem bleiben, sind entweder zu fliegen, oder eine Bootstour durch die San Blas Inseln zu machen. Wir entschieden uns via San Blas Inseln mit dem Schnellboot nach Kolumbien zu gelangen. Die meisten Touristen machen die Überfahrt auf einem Segelboot, auf dem sie auch übernachten. Dazu gehören auch zwei Tage auf dem offenen Meer. Um das zu vermeiden, buchten wir die Tour mit San Blas Adventures, welche Schnellboote benutzt und nicht wie üblich nach Cartagena fährt, sondern nach Capurgana, direkt bei der Grenze zu Panama. Insgesamt verbringt man so acht Stunden im Boot und die restliche Zeit steht einem zur Verfügung, um in das Leben dieser Trauminseln einzutauchen.

Die Inseln gehören zum Gebiet der Kuna. Sie sind bekannt für ihre weissen, einsamen Strände mit klarem Wasser. Da wir die meiste Zeit auf den Inseln verbrachten und dort in Hängematten übernachteten, kamen wir in Kontakt mit den freundlichen und überaus offenen Kuna. Am letzten Abend erlebten wir wie nachts riesige Schildkröten an den Strand kamen, um Eier zu legen. Die Schildkröten geraten dabei in einen Trance-ähnlichen Zustand und kriegen nicht mit, was um sie herum geschieht. Es war faszinierend das so nahe mitzukriegen.

Die Schlafstellen waren einfach gestaltet. Am zweiten Abend zum Beispiel war die Toilette nur mit einem durchsichtigen Vorhang versehen. Und das bei 18 Leuten, die gleich daneben in Hängematten schliefen. Privatsphäre wird bei dieser Tour nicht sehr gross geschrieben. Dafür wird königlich gespeist. Am ersten Abend wurde frisch gefangener Hummer aufgetischt. Das hätte in Europa ein Vermögen gekostet.

Leider war das Wetter nicht perfekt und wir konnten aufgrund der hohen Wellen keine langen Fahrten zu den allerschönsten Trauminseln machen. Da der Wind stark zunahm, konnten wir am letzten Tag auch nicht aufs Boot und mussten die Grenze zu Fuss überqueren. Somit hatten wir eine Wanderung durch den Dschungel in Flipflops inklusive Flussüberquerung gratis dazu.

Die Tour endete in Capurgana, einem verschlafenen, kleinen Dorf mit karibischem Flair in Kolumbien. Den Stempel für den Pass konnten wir wegen der Siesta erst um 17.30 Uhr holen. Die Geschäfte öffnen irgendwann, manche erst am Nachmittag. Wo die Musik am lautesten dröhnt, sind die meisten Leute. Da auch noch Muttertag war, drohte uns die ganze Nacht laute Musik. Zum Glück fiel um 23.00 Uhr der Strom aus und wir konnten in Ruhe schlafen.

Den nächsten Tag verbrachten wir mit einem Ausflug zu Süss- und Salzwasserbecken. Das Bad im Salzwasserbecken war eine Mutprobe. Wir hielten uns an Seilen fest, während dem die Wellen über uns brachen und wussten nie, wann wir wieder Luft kriegen.

Wir waren in Kolumbien angekommen und die Vorfreude auf mehr war riesig!

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